Virtueller Kräuterspaziergang

Mag jemand mit mir rausgehen? Im Geiste natürlich, mit Körper ist ja im Moment nicht erlaubt! Es ist jetzt richtig viel leckeres Grün im Angebot und ich nerve meinen Mann bei Spaziergängen, weil ich ständig stehen bleibe um die verschiedenen Geschmäcker zu verkosten…
Im Wald ist in luftiger Höhe Naschen angesagt: die zarten Baumblätter!
Im Titelbild seht Ihr die Buche, fast überall zu finden, schmeckt wie grüner Salat,
und färbt den Wald jetzt lichtgrün ein.
Und wie meine Oma im Frühjahr immer sagte: „Kinder, guckt! Das Grün, das tut den Augen gut!“

Kleine klebrige Birkenblätter: sehr würzig und gut für die Frühjahrskur.

Ahornblüten bereichern Salate nicht nur optisch und Ebereschenknospen und -blätter überraschen mit intensivem Marzipangeschmack – falls jemand schon Sehnsucht nach Weihnachtsgebäck hat!
Und gestern Abend lag ich unter meiner großen Linde in meinem Garten und konnte den Lindenblättersalat schon fast schmecken: aromatisch, süßlich – einfach lecker!

Aber auch auf dem Boden gibt es jetzt einiges zu entdecken, wir bleiben mal bei drei Arten, die sich für vieles in der Küche verwenden lassen und obendrein noch voller Vitamine und Mineralstoffe stecken:


Ja, gut, Brennnesseln kennt jeder! Aber die zarten jungen Blätter eignen sich gut für Suppen, Spinat oder andere Gemüsegerichte.
Roh esse ich sie nur, nachdem ich sie gründlich zwischen den Fingern gerieben habe, damit auch alle Brennhaare zerstört sind… Dann aber auch gern als Snack unterwegs!

Schnelles Mittagessen: Tortellini mit Pilzen, Tomaten, Brennnesselspinat, Sonnenblumenkernen und Bärlauchpesto

Die Knoblauchrauke! Nicht ganz so intensiv wie Bärlauch, aber trotzdem mit deutlichem Knobi-Aroma. Wie man sieht, sind die jungen Blätter rund und die älteren haben eine Spitze, die weißen Blüten werden sich bald öffnen und sind ebenfalls sehr aromatisch.
Blätter und Blüten passen wunderbar zu Pasta, in Salate oder lassen sich haltbar machen: mit gutem Olivenöl und etwas Salz im Mixer zu einer Paste verarbeiten, das mache ich auch gern mit gemischten Kräutern. Oder man gibt noch Käse und Nüsse oder Kerne dazu als Pesto. Mein diesjähriges Bärlauchpesto hat übrigens Cashewnüsse und rosa Pfeffer intus…
Paste/Pesto lässt sich gut in kleinen Gläsern mit geradem Rand, die man nicht ganz voll macht, einfrieren. Oder im Kühlschrank mit einer Schicht Öl bedeckt aufbewahren und bald verbrauchen.

Und dann natürlich der Giersch! Erkennbar an der Dreizahl der Blätter, dem dreieckigen Stängel und an seinem Geruch nach Möhre und Petersilie. Zum Rohessen eignen sich die jungen, noch glänzenden Blätter, etwas ältere kann man gut zu Gemüse verarbeiten oder als ganz besondere Füllung in selbstgemachten Ravioli – wenn man nicht, so wie ich, gerade seine Nudelmaschine verliehen hat…

Alles zusammen ist immer schnell zu gesunden bunten Gerichten verarbeitet:

Kräuterpfannkuchen mit Schafskäsefüllung und buntem Salat

Und weil es so schön war: hier nochmal die Anregung für ein buntes Blätter- und Blütentreiben auf Pumpernickeltalern mit Frischkäse. Das ist auch schön mit Kindern zu gestalten, falls Mamas und Papas die Beschäftigungsideen ausgehen.

Und nun viel Spaß beim Sammeln und zubereiten: geht, wie immer, an abgelegene Plätze, fern von Straßen und Hundeautobahnen, nicht auf mit Gülle gesättigte Wiesen.
Ein Korb mit Papiertüten (ich hebe immer die vom Bäcker auf) bringt die Ernte gut nach Hause. Dort schaut Ihr die Blätter nochmal durch, wascht sie und trocknet sie in der Salatschleuder.
Und ganz wichtig: Esst nur das, was Ihr hundertprozentig erkannt habt!

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